17. Dezember 2020

Die Bedeutung von Mikronährstoffen bei COVID-19

Die Bedeutung von Mikronährstoffen bei COVID-19

  • 17. Dezember 2020

Mit dem sog. „harten“ Lockdown versuchen Bund und Länder erneut mit drastischeren Maßnahmen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verlangsamen. Die getroffenen Maßnahmen (Ausgangsbeschränkung, Hygienemaßnahmen, AHA-Regel, entsprechendes Sozialverhalten, etc.) sind sicher wichtig und richtig, um eine Überlastung des Gesundheitssystems und speziell der Intensivstationen zu vermeiden. Leider fehlt sowohl von offizieller als auch medialer Seite seit Monaten ein deutlicher Hinweis auf weitere präventive Maßnahmen, die, neben den erwähnten – und teilweise wenig effektiven – Maßnahmen, den Verlauf und die Anfälligkeit gegenüber SARS-CoV-2 beeinflussen können. 

Von entscheidender Bedeutung sind hierbei für die Immunfunktion relevante Mikronährstoffe. Für diese Mikronährstoffe gilt grundsätzlich, dass sie ihre Funktionen nur dann ausüben können, wenn die Blutspiegel entsprechend hoch sind. Leider kommt es aufgrund unzureichender Versorgung (z.B. Qualität der Ernährung) bzw. eines erhöhten Verbrauchs (z.B. psychische und physische Stressbelastungen) an Mikronährstoffen immer häufiger zu einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Mikronährstoffmangel.

Zu den für die Immunfunktion relevanten Mikronährstoffen zählen Vitamin D, Vitamin A, Vitamin C, Selen und Zink, auf welche im Folgenden näher eingegangen wird.

 

Vitamin D

Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D erhöht ganz grundsätzlich die Anfälligkeit gegenüber viralen Atemwegserkrankungen. Vitamin D verbessert die angeborene und erworbene Immunantwort, spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von antiviralen Abwehrstoffen und hat eine antientzündliche Wirkung. Zudem erschwert es Viren das Eindringen in Zellen der Atemwege bzw. der Lunge.

Bezogen auf COVID-19 unterstützt Vitamin D somit den Krankheitsverlauf und die Therapie, indem es u.a. einem Zytokinsturm und einer überschießenden Immunantwort entgegenwirkt. Dies führt – wie Studien zeigen konnten – dazu, dass zum einen Patienten mit einer ausreichenden Vitamin-D-Versorgung weniger häufig an COVID-19 erkranken. Zum anderen verbessert sich der Verlauf und die Schwere der Erkrankung signifikant. Die Sterblichkeit kann außerdem gesenkt werden.

Vitamin A

Vitamin A ist ein wichtiger Mikronährstoff für die Funktionsfähigkeit der Schleimhäute in unserem Körper. Je intakter und stabiler die Schleimhäute insbesondere im Respirationstrakt sind, desto widerstandsfähiger ist der Organismus gegenüber Krankheitserregern. Vitamin A hat zudem eine antientzündliche Wirkung und verbessert die Funktion des angeborenen und erworbenen Immunsystems. 

Es konnte gezeigt werden, dass Vitamin A die Infektiosität und Vermehrung von SARS-CoV-2 positiv beeinflusst.

Vitamin C

Die immunmodulierende Wirkung von Vitamin C ist weitläufig bekannt. Es besitzt antivirale, antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften, hat eine antioxidative und antientzündliche Wirkung und verbessert wie Vitamin D und Vitamin A die angeborene und erworbene Immunantwort.

Es zeigt sich, dass bei Corona-Erkrankungen die Beatmungsdauer und die Aufenthaltszeit auf Intensivstationen sowie die Sterblichkeit und die Rate an Begleitkomplikationen durch eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung reduziert werden kann.

Selen

Selenmangel schwächt im Allgemeinen das Immunsystem und macht den Körper anfälliger gegenüber Viren. Diese können sich somit schneller im Körper vermehren und ausbreiten. 

In Studien konnte gezeigt werden, dass die Heilungsrate bei COVID-19-Patienten signifikant mit dem Selenstatus korreliert. Ein ausreichender Selenspiegel reduziert die Beatmungsdauer und Aufenthaltszeit auf Intensivstationen.

Zink

Zink spielt eine zentrale Rolle bei den immunrelevanten Mikronährstoffen und ist ein wesentlicher Bestandteil von über 3000 Enzymen und Proteinen. Zink beeinflusst die Abwehrleistung des Menschen. Durch einen Zinkmangel kann die Aktivität verschiedener Abwehrzellen stark beeinträchtigt sein. Daraus resultiert eine allgemeine Anfälligkeit gegenüber insbesondere viralen Erkrankungen. Bei Zinkmangel werden zudem entzündungsfördernde Botenstoffe übermäßig produziert. 

Zinkmangel führt zu einer höheren Anfälligkeit gegenüber COVID-19 sowie zu einer höheren Komplikations- und Sterblichkeitsrate. Außerdem wird der Krankheitsverlauf und die Schwere der Erkrankung negativ beeinflusst.

 

In diesem kurzen Überblick zeigt sich wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit den angesprochenen Mikronährstoffen ist. Ein Mikronährstoffmangel scheint den Verlauf sowie die Komplikations- und Sterblichkeitsrate negativ zu beeinflussen. Umgekehrt bedeutet dies, dass wir durch eine ausreichende Versorgung widerstandsfähiger gegenüber einer Infektion mit SARS-CoV-2 sind. Folglich reduziert sich dadurch die Anzahl der schweren Verläufe und Komplikationen, was die Intensivstationen entlastet und unser Gesundheitssystem handlungsfähig bleiben lässt.

Mikronährstoffe stellen nur eine kleine Auswahl an weiteren Präventionsmöglichkeiten dar. Wir sind diesem Virus nicht schutzlos ausgeliefert. Jeder hat die Möglichkeit etwas für seine Gesundheit zu tun.

Haben Sie Fragen zu den erwähnten Mikronährstoffen oder zu diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bezüglich einer besseren Abwehrleistung? Wir beraten Sie hierzu gerne in unserer Praxis. Nehmen Sie hierfür telefonisch oder per Mail Kontakt mit uns auf.

 

Quelle: Gröber U. COVID-19-Update für Senioren: … OM – Zs. f. Orthomol. Med. 2020; 18: 5–14.

 



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